Lektion 18
Ein so junger Heerführer?
Die Senatoren verzweifelten nicht, aber sie beschlossen einen neuen Führer nach Spanien zu schicken. Daher wurde eine Wahlversammlung angesagt, durch die das Volk einen Mann auswählen musste, der einer solchen Herrschaft würdig war. Die Bürgerschaft kam traurig auf dem Marsfeld zusammen, weil sie durch den Tod der Scipionen erschreckt worden war. Lange wurden die Namen der Kandidaten erwartet. Aber niemand der Anführer wagte es, die gefährliche Herrschaft zu erbitten, als plötzlich P. Cornelius Scipio, der Sohn des Publius, der in Spanien gefallen war, vierundzwanzig Jahre alt, sagte, dass er diese Herrschaft erstrebe. Aus der langen Stille, die seinen Worten folgte, wurden verschiedene Stimmen der Bürger gehört, die über die Sache diskutierten.
Calvus: Publius Cornelius ist ein allzu junger Mann, dem ihr die Herrschaft übergeben wollt. Wir müssen einen Mann wählen, mit dem unsere Soldaten große Gefahren, welche drohen, überwinden können.
Lucius: Gewiss ist Scipio ein junger Mann, aber er stammt aus der Adelsfamilie der Cornelia, aus dieser Adelsfamilie, deren gute und tüchtige Männer den römischen Staat schon vor vielen Gefahren schützten.
Calvus: Sagst du etwa aus dem Geschlecht der Cornelia? Hast du etwa nicht gehört, dass diese Scipionen, welche so lange unsere Bürgerschaft wie unseren Herrn befehlen, nach griechischer Sitte leben und die Freundschaft mit einigen Griechlein pflegen? Oder glaubst du etwa, dass diese Männer die Sitte ihrer Vorfahren, welche auf dem römischen Staat stehen, nicht retten können? Ich habe kein Vertrauen in diese Menschen, welche andere Sitten haben als wir.
Lucius: Die Künste und Wissenschaften der anderen Völker, auch der Griechen kennen zu lernen, nützt sehr viel. Ich jedenfalls habe Vertrauen in das Geschlecht der Cornelia. Diese Cornelia bereiteten nicht nur dem Staat Siege, die ihre Ehre sind, sondern auch den Ruhm, den auch du liebst, Calvus.
Calvus: Aber die Scipionen nahmen in Spanien große Niederlagen auf sich und wurden getötet, Lucius.
Lucius: Der diese gefährliche Herrschaft erbittet, obwohl Vater und Onkel fielen, zeigt wahre römische Tapferkeit. Ich weiß, dass der junge Publius Cornelius diese Niederlage, die wir nun beweinen, mit seiner Tüchtigkeit wieder gutmachen wird. Die Götter begünstigen das römische Volk. Publius Cornelius wird Carthago besiegen.